
VITAKO auf der SCCON 2026: Kooperation als Regelfall
19 Okt. '26 |
Föderalismus als Feature, nicht als Bug
Vom 13. bis 15. Oktober 2026 präsentierte sich VITAKO gemeinsam mit govdigital eG auf der Smart Country Convention in Berlin. Der Kooperationsstand wurde drei Tage lang zum Treffpunkt für Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und öffentlicher IT. Im Mittelpunkt standen die großen Zukunftsfragen der Verwaltungsdigitalisierung: digitale Souveränität, Kooperation und Konsolidierung öffentlicher IT-Dienstleister, Registermodernisierung, Cybersicherheit und die praktische Umsetzung der föderalen Modernisierungsagenda.
Den Auftakt bildete am 13. Oktober das gemeinsame Panel von VITAKO und govdigital unter dem Titel „Ökosystem Digitale Verwaltung – Föderalismus als Feature, nicht als Bug“. Unter der Moderation von Guido Gehrt (Behörden Spiegel) diskutierten Martin Schallbruch (CEO govdigital eG), William Schmitt (Vorstandsvorsitzender von Komm.ONE und VITAKO) und Alexander Smolianitski (ZenDiS), wie bestehende Kompetenzen und Infrastrukturen zu einem leistungsfähigen digitalen Gesamtsystem verbunden werden können.
Gemeinsam für das digitale Verkehrswesen
Wie interföderale Zusammenarbeit konkret gelingt, zeigte der auf der SCCON vorgestellte Konsortialvertrag im Verkehrswesen: Die Gesellschafter AKDB, Komm.ONE, ekom21, regio iT und Dataport gehen in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr den nächsten Schritt zu einer länderübergreifenden Lösung. In der gemeinsamen Gesellschaft Telecomputer GmbH bündeln sie Kompetenzen, Ressourcen und langjährige Erfahrung. „Wir haben uns als Partner zusammengeschlossen, um auch im Bereich Verkehrswesen den Paradigmenwechsel in der öffentlichen IT konsequent und partnerschaftlich voranzutreiben: weg von isolierten Einzelprojekten, hin zu verbindlicher Zusammenarbeit und gemeinsam verantworteten Lösungen“, sagte William Schmitt.
Kooperation muss zum Regelfall werden
Über die Zukunft öffentlicher IT-Dienstleister diskutierten Anke Pörksen, Digitalisierungsstaatssekretärin in Niedersachsen, Bernd Schlömer, Staatssekretär und CIO in Sachsen-Anhalt, sowie die VITAKO-Vorstandsmitglieder William Schmitt (Komm.ONE), Rudolf Schleyer (AKDB) und Kerstin Pliquett (KDN). Einig waren sich alle: Kooperation und Bündelung müssen zum Regelfall werden, damit Lösungen gemeinsam verantwortet, gesteuert, finanziert und im Sinne der Bürgerinnen und Bürger umgesetzt werden können. „Die Modernisierung unseres Staates gelingt nicht durch neue Parallelstrukturen, sondern durch konsequente Zusammenarbeit und Weiterentwicklung. Kommunale IT-Dienstleister verfügen über die Erfahrung, die Infrastruktur und die Umsetzungskompetenz, um digitale Verwaltungsleistungen flächendeckend bereitzustellen“, erklärte Lars Hoppmann, geschäftsführender Vorstand von VITAKO.
Absichtserklärung für „Register as a Service“
Auch bei der Registermodernisierung setzen die kommunalen IT-Dienstleister auf gemeinsame Umsetzung: AKDB, ekom21, Komm.ONE und Dataport unterzeichneten am Gemeinschaftsstand eine Absichtserklärung für „Register as a Service“ – ein datensicheres, digital souveränes Angebot auf Open-Source-Basis. Gemeinsam nutzbare Plattformdienste und standardisierte Fachadapter senken den Aufwand für einzelne Registeranschlüsse und erleichtern die Anbindung an das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS). Einmal entwickelte Komponenten sind wiederverwendbar, Wartung und Sicherheitsupdates lassen sich bündeln. Das entlastet die registerführenden Stellen und beschleunigt den Rollout in der Fläche. Fachliche Verantwortung und Datenhoheit bleiben dabei bei den zuständigen Stellen.
KI in der kommunalen Praxis
Wie Künstliche Intelligenz die Verwaltung schon heute entlastet, zeigten vier Praxisbeispiele aus der VITAKO-Mitgliedschaft im Hauptprogramm der Messe. Lars Hoppmann machte in seiner Einführung deutlich, dass KI bei den kommunalen IT-Dienstleistern längst im produktiven Einsatz angekommen ist. Die AKDB stellte mit „IVA“ einen KI-gestützten Verwaltungsassistenten vor, der bereits in 127 Ausländerbehörden im Einsatz ist. Die regio iT präsentierte mit „davinKI“ eine Plattform mit zahlreichen Open-Source-Komponenten, mit der Kommunen eigenes Verwaltungswissen bündeln und eigene KI-Agenten entwickeln können. Die ekom21 zeigte, wie Echtzeitdaten Krisenpläne im Bevölkerungsschutz dynamisch aktualisieren, und PROSOZ Herten ein KI-gestütztes Transkriptionstool für das Jugendamt, das in Pilotkommunen bis zu 70 Prozent Zeit bei der Dokumentation spart. „Vier Anwendungsfälle, ein gemeinsamer Nenner: KI kann Verwaltungsarbeit erleichtern, Ressourcen gezielter einsetzen und neue Handlungsspielräume schaffen – mit Mehrwert für die Menschen“, fasste Hoppmann zusammen.
Career Day: die Menschen hinter der digitalen Verwaltung
Beim VITAKO Career Day sprachen Fenja Sieker (OWL-IT), Tina Siegfried (Dataport), Melike Geyik (NExT e. V.) und Barbara Schmatz (AKDB) über Berufswege, Einstiegsmöglichkeiten und sinnstiftende Arbeit, gerade für Frauen in der öffentlichen IT. Ihr Fazit: Die kommunale IT ist eine besondere, verantwortungsvolle Branche, in der unterschiedlichste Charaktere, Ausbildungsberufe und Fachbereiche gemeinsam im Sinne der Gesellschaft arbeiten.
Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier als PDF. Weitere Eindrücke von der Messe zeigt unsere Rückschau in Bildern.

