Beitrag: VITAKO beim KGSt-FORUM 2026

VITAKO beim KGSt-FORUM 2026

22 Sep. '26 |

Konkrete Lösungen für die digitale Kommune

Beim KGSt-FORUM 2026 präsentierten sich VITAKO und seine Mitglieder erstmals mit einem eigenen Gemeinschaftsstand. Mit dabei: AKDB, BIT Bremerhaven, KDN – Dachverband kommunaler IT-Dienstleister, Komm.ONE, Komm2IT*, Lecos, ProVitako und votegroup. Im Fokus standen weniger Technologietrends als vielmehr die Frage, was Kommunen konkret brauchen, um ihre Verwaltung digital, sicher und souverän aufzustellen. Vom 16. bis 18. September war Leipzig der zentrale Treffpunkt für eine Frage, die Deutschlands Verwaltung zunehmend bewegt: Wie wird aus digitalen Strategien endlich funktionierende Praxis?

Die Themen reichten von Künstlicher Intelligenz und Registermodernisierung über Cybersicherheit und digitale Souveränität bis hin zu nutzerorientierten Fachverfahren. Vor allem aber wurde eines deutlich: Kommunale Digitalisierung lässt sich nicht isoliert organisieren. Sie ist eine Kooperationsaufgabe.

„Unsere DNA sichtbar gemacht“

„Unser erster VITAKO-Gemeinschaftsstand auf dem KGSt-FORUM 2026 hat unsere ganze DNA sichtbar gemacht“, sagt Lars Hoppmann, geschäftsführender Vorstand von VITAKO. Die Mitglieder des Verbands seien „Leistungsträger der interföderalen IT-Kooperation“. Entscheidend ist es, Aufgaben zu bündeln und Kompetenzen zusammenzuführen: „Nur im Miteinander kommt die Verwaltungsdigitalisierung wirklich voran.“

Politik trifft Praxis

Wie eng politische Zielsetzungen und technische Umsetzung inzwischen verzahnt sind, zeigte auch der Besuch von Ralph Brinkhaus, Vorsitzender und Sprecher der Arbeitsgruppe Digitales und Staatsmodernisierung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Am VITAKO-Gemeinschaftsstand sprach Brinkhaus mit Lars Hoppmann, Matthias Drexelius, stellvertretendem VITAKO-Vorstandsvorsitzenden sowie Direktor und Sprecher der Geschäftsführung von ekom21 – KGRZ Hessen, und Mathias Bieneke, Geschäftsführer der votegroup. Im Mittelpunkt stand eine praktische Frage: Wie lassen sich politische Ziele von Digitalisierung und Staatsmodernisierung in funktionierende Lösungen für die Verwaltung übersetzen? Für VITAKO liegt ein Schlüssel darin, Politik, Kommunen und IT-Dienstleister enger zusammenzubringen. Denn zwischen politischem Anspruch und Verwaltungsalltag liegen häufig komplexe technische, organisatorische und rechtliche Herausforderungen. Brinkhaus formulierte es in Leipzig entsprechend pointiert: „Staatsmodernisierung ist ‚Kommunale Ebene‘. Das Labor für Staatsmodernisierung und Digitalisierung befindet sich aktuell auf der kommunalen Ebene in Leipzig.“

Der Austausch machte damit ein Grundproblem der Verwaltungsdigitalisierung sichtbar: Fortschritt entsteht nicht allein durch neue Gesetze oder neue Technologien. Er entsteht dort, wo politische Ziele, kommunale Anforderungen und technische Umsetzung zusammenfinden.

Open Source: Theorie bestanden – und was sagt die Praxis?

Besonders deutlich wurde dieser Zusammenhang beim Thema Open Source. Gemeinsam mit der KGSt und dem Kommunalen Open-Source-Board (KOSB) stellte VITAKO eine aktuelle Umfrage zum Einsatz von Open-Source-Software in Kommunen und bei kommunalen IT-Dienstleistern vor. Die Diskussion auf der KGSt-Bühne trug den Titel: „Wie souverän fährt es sich mit Open Source? Theorie bestanden! Und was sagt die Praxis?“ Auf dem Podium diskutierten Anika Groß (KGSt), Stefanie Kaulich (Stadt Frankfurt am Main), Leonhard Kugler (ZenDiS), Dr. Johann Bizer (Dataport), Prof. Dr. Martin Hoffmann (Gemeinde Leopoldshöhe) und Lars Hoppmann (VITAKO). Im Mittelpunkt standen drei Fragen: Wo steht Open Source heute in den Kommunen? Was hat sich seit 2020 verändert? Und welche Hürden müssen noch fallen, damit digitale Souveränität nicht nur strategisches Ziel bleibt, sondern im Verwaltungsalltag ankommt? Für VITAKO ist Open Source dabei kein Selbstzweck. Entscheidend ist vielmehr, ob Kommunen ihre technologische Abhängigkeit reduzieren, eigene Handlungsspielräume sichern und ihre digitale Infrastruktur langfristig selbstbestimmt gestalten können.

Mehr als 20 Sessions: Praxis trifft Netzwerk

Dass diese Fragen längst im Verwaltungsalltag angekommen sind, zeigte sich auch auf der VITAKO-Standbühne. In mehr als 20 Sessions diskutierten Expert:innen aus dem VITAKO-Netzwerk konkrete Anwendungsfälle, Praxiserfahrungen und Lösungen. Der gemeinsame Nenner: Digitalisierung muss funktionieren, wenn sie bei den Mitarbeiter:innen und Bürger:innen ankommt. Das erklärt auch, warum Kooperation beim KGSt-FORUM eine so zentrale Rolle spielte. Ein Beispiel dafür ist Komm2IT*, das als gemeinsame Antwort auf die wachsenden Anforderungen an die kommunale IT positioniert wird. Stephan Brinkmann, Programmleiter von Komm2IT*, beschreibt den Ansatz so: „Wir bündeln unsere Stärken, übernehmen gemeinsam Verantwortung und schaffen so die Kraft, Kommunen in Niedersachsen und darüber hinaus auch morgen digital handlungsfähig zu halten.“

Dahinter steht ein struktureller Wandel: Kommunale IT wird zunehmend arbeitsteilig organisiert. Nicht jede Kommune muss jede Kompetenz selbst aufbauen. Entscheidend wird vielmehr, wie sich vorhandene Expertise über Organisations- und Ländergrenzen hinweg verbinden lässt. (*Komm2IT ist eine Marke der GovConnect GmbH in Vorbereitung des Zusammenschlusses der kommunalen IT-Dienstleister Niedersachsens GovConnect, hannIT, ITEBO, KDG und KDO.)

„Eine Menge Impulse mitgenommen“

Auch Kerstin Pliquett, KDN-Geschäftsleiterin und VITAKO-Vorständin, zieht aus den Tagen in Leipzig eine positive Bilanz. „Von dem Treffen der kommunalen Familie nehme ich wieder eine Menge Impulse mit“, sagt sie. Zugleich habe sich ihre Überzeugung bestätigt, dass Kommunen einen erheblichen Beitrag für Bürger:innen und das demokratische System leisten. „Dass wir mit unserem Digitalisierungs-Know-how sehr gefragt sind, haben uns die Tage in Leipzig deutlich gezeigt.“ Genau darin liegt eine der zentralen Botschaften des KGSt-FORUM 2026: Kommunale Digitalisierung ist längst mehr als die Einführung einzelner Fachverfahren oder die Umstellung analoger Prozesse. Sie berührt Fragen der Infrastruktur, der Cybersicherheit, der digitalen Souveränität, der politischen Steuerung und nicht zuletzt der Zusammenarbeit.

Kooperation als Antwort

Das KGSt-FORUM 2026 hat damit weniger eine einzelne Technologie in den Mittelpunkt gestellt als eine Organisationsfrage: Wie schafft es die öffentliche Verwaltung, ihre digitale Transformation dauerhaft umzusetzen? Die Antwort, die VITAKO aus Leipzig mitnimmt, lautet Kooperation. Der Verband versteht sich dabei als Netzwerk, das Expertise aus kommunalen IT-Dienstleistern bündelt und den Austausch zwischen Kommunen, Verwaltung, Politik und Technologiepartnern organisiert.