Beitrag: Digitale Transformation der Verwaltung gelingt nur gemeinsam.

Digitale Transformation der Verwaltung gelingt nur gemeinsam.

30 Juni '26 |

MdBs Ralph Brinkhaus, Dr. Moritz Heuberger und Parsa Marvi diskutieren mit Expertinnen und Experten auf dem politischen Abend von VITAKO

Wie gelingt die digitale Transformation des Staates? Darüber diskutierten beim politischen Abend von VITAKO am 25. Juni in Berlin Vertreterinnen und Vertreter aus Bundestag, Kommunen, Wissenschaft und kommunaler IT. Die gut besuchte Veranstaltung machte deutlich: Erfolgreiche Verwaltungsdigitalisierung braucht eine verbindliche Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen – und kommunale IT-Dienstleister als strategische Partner. Mit dem politischen Abend hat VITAKO erneut den zentralen Treffpunkt für den digitalpolitischen Austausch geschaffen.

Zum Auftakt unterstrich William Schmitt, Vorstandsvorsitzender von Komm.ONE und stellvertretender Vorstandsvorsitzender von VITAKO, die Schlüsselrolle der kommunalen IT-Dienstleister für die Staatsmodernisierung. Sie schaffen die Grundlage für zentrale Zukunftsvorhaben wie den Deutschland-Stack, die Deutsche Verwaltungscloud, den Einsatz Künstlicher Intelligenz und die Konsolidierung kommunaler IT-Landschaften. Kooperation, gemeinsame Standards und leistungsfähige Plattformen seien dabei die entscheidenden Erfolgsfaktoren. In seiner Keynote bezeichnete Prof. Dr. Martin Hoffmann, Bürgermeister von Leopoldshöhe und Wirtschaftsinformatiker, den Deutschland-Stack als wichtigen Baustein für mehr Interoperabilität, Effizienz und Skalierbarkeit.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Podiumsdiskussion mit den Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus, Dr. Moritz Heuberger und Parsa Marvi sowie Anke Domscheit-Berg, Miriam Marnich vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und den VITAKO-Vorstandsmitgliedern Dr. Johann Bizer, William Schmitt und Kerstin Pliquett. Moderiert wurde die Diskussion von Guido Gehrt, stellvertretender Chefredakteur des Behörden Spiegel.

Über Parteigrenzen und Institutionen hinweg bestand Einigkeit: Die Erfahrungen mit dem Onlinezugangsgesetz haben gezeigt, dass fehlende Abstimmung, parallele Entwicklungen und unklare Zuständigkeiten den digitalen Wandel ausbremsen. Künftig braucht es eine stärkere Governance, verbindliche Standards und eine konsequente Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen. Ralph Brinkhaus sprach sich für eine klare Gesamtarchitektur, eindeutige Verantwortlichkeiten und mehr Vertrauen zwischen Bund, Ländern und Kommunen aus. Dr. Moritz Heuberger bezeichnete die jüngsten Beschlüsse des IT-Planungsrats zum Deutschland-Stack als wichtigen Meilenstein. Die Kostenübernahme für Basiskomponenten durch den Bund schaffe Planungssicherheit, nun müsse der Fokus auf der konsequenten Umsetzung gemeinsamer Standards liegen. Gleichzeitig dürften die finanziellen Belastungen der Kommunen nicht aus dem Blick geraten. Eine praxistaugliche Verwaltungsdigitalisierung könne nur gelingen, wenn kommunale IT-Dienstleister frühzeitig in Entwicklung und Umsetzung eingebunden werden. Auch Parsa Marvi verwies auf die föderale Modernisierungsstrategie und die Einführung der EUDI-Wallet als Beispiele dafür, dass Digitalisierung nur im engen Zusammenspiel aller staatlichen Ebenen erfolgreich umgesetzt werden kann.

Für VITAKO bestätigt diese Entwicklung die wachsende Bedeutung der kommunalen IT-Dienstleister. Sie entwickeln sich zunehmend von klassischen Rechenzentrumsbetreibern zu Integratoren, Plattformbetreibern und Innovationspartnern der öffentlichen Verwaltung. „Unsere Aufgabe ist es nicht mehr allein, IT zu betreiben, sondern Digitalisierung verlässlich, sicher und flächendeckend in die Praxis zu bringen“, sagte William Schmitt. Auch Lars Hoppmann, geschäftsführender Vorstand von VITAKO, zog ein positives Fazit. Der politische Abend habe aufgezeigt, wie groß die Bereitschaft zum gemeinsamen Handeln sei. Jetzt gelte es, diesen Dialog fortzuführen und kommunale IT-Dienstleister frühzeitig in Gesetzgebung, Finanzierung und Umsetzung digitalpolitischer Vorhaben einzubinden.

Der politische Abend ist eine wiederkehrende Veranstaltungsreihe von VITAKO im Haus der Bundespressekonferenz. Er hat einmal mehr vermittelt, dass VITAKO die zentrale Plattform für den Austausch zwischen Politik, Kommunen, Wissenschaft, Verwaltung und kommunaler IT ist. Die technologischen Grundlagen für die Verwaltungsdigitalisierung sind vorhanden – nun kommt es darauf an, die Zusammenarbeit verbindlich zu gestalten und gemeinsam die Modernisierung des Staates voranzutreiben.