
VITAKO Podcast Verwaltung.Digital.Insights. Folge 10
27 Okt. '26 |
Von der guten Idee in die Fläche
Live von der SCCON: Bernd Schlömer, CIO des Landes Sachsen-Anhalt, über freiwillige Bündelung, Zusammenarbeit auf Augenhöhe und mehr Mut zu Entscheidungen.
Was muss passieren, damit aus einer guten Idee Wirklichkeit wird, die bei Bürgerinnen und Bürgern ankommt? In der zehnten Folge des VITAKO-Podcast „Verwaltung.Digital.Insights.” spricht der geschäftsführende Vorstand und Host Lars Hoppmann live auf der Smart Country Convention (SCCON) 2026 in Berlin mit Bernd Schlömer. Schlömer ist Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Digitales und CIO des Landes Sachsen-Anhalt.
Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen das Projekt „Starke Kommunen“ mit der freiwilligen Bündelung von Verwaltungsleistungen, die Arbeitsteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie die Rolle der kommunalen IT-Dienstleister. Außerdem geht es um eine Gremienkultur, die zu viel Zeit mit sich selbst verbringt.
Netzwerk statt Hierarchie
Schlömer hat ein positives Bild von der Verwaltung. Er hält sie für leistungsfähig und ihr Personal für gut ausgebildet. Als größten Erfolg seiner fünf Jahre als CIO nennt er kein einzelnes Projekt, sondern ein Netzwerk. Unter dem Namen „Gemeinsam digital“ arbeiten Digitalisiererinnen und Digitalisierer aus Landkreisen, Städten, Gemeinden und der Landesverwaltung zusammen. Das Netzwerk trägt sich inzwischen selbst. Dazu passt Schlömers Führungsstil: Er hat kein eigenes Büro und setzt auf Zusammenarbeit auf Augenhöhe statt auf Erlasse und Weisungen. Dass digitale Angebote angenommen werden, wenn sie einfach und intuitiv sind, zeigt das zentrale Beteiligungsportal des Landes. Darüber wurden bereits fast 1.000 Verfahren abgewickelt.
Starke Kommunen durch freiwillige Bündelung
Ob Verwaltung funktioniert, erleben die Menschen vor allem vor Ort in ihrer Kommune. Mit dem Projekt „Starke Kommunen“ bündelt das Land deshalb Leistungen nur dort, wo Kommunen freiwillig mitmachen. Entgegennahme und Bescheid bleiben in der Kommune. Pilotiert wurden die Hundeanmeldung und das Wohngeld. Bei der Vollständigkeitsprüfung im Wohngeld lassen sich die Bearbeitungszeiten um bis zu 40 Prozent verkürzen. Als Nächstes folgt die Hilfe zur Pflege, bei der die Bearbeitung heute oft mehrere Monate dauert.
Weniger Gremien, mehr Entscheidungen
Kritisch sieht Schlömer die Gremienkultur im Bund-Länder-Gefüge. Dort gebe es zu viel Eigenbeschäftigung und zu wenig Zielorientierung. Die Menschen interessierten sich nicht für Basiskomponenten, sondern für funktionierende digitale Angebote. Die Arbeitsteilung des Deutschland-Stacks unterstützt er: Der Bund entwickelt und betreibt die Basiskomponenten, die Länder organisieren verbindlich den Rollout in der Fläche. Dafür müssten die Länder aber auch ihre eigenen Hausaufgaben machen. Die kommunalen IT-Dienstleister sieht Schlömer als Kompetenzträger der Digitalisierung, die sich ihrerseits zu Integratoren weiterentwickeln. Für die Branchentreffen wünscht er sich eine Konzentration auf wenige Formate wie die SCCON und das KGSt-FORUM, die dann aber auch zu Ergebnissen führen.
Die vollständige Folge von „Verwaltung.Digital.Insights.” mit Bernd Schlömer und Lars Hoppmann ist ab sofort verfügbar.

